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Historie
Die Zwickauer Kammgarnspinnerei hat seit 1835 in der sächsischen Textilindustrie
einen festen Platz. Zwischen Zwickau, der Geburtsstadt Robert Schumanns,
und der reizvollen Landschaft des Erzgebirges liegt Wilkau-Haßlau, heute
Standort der Zwickauer Kammgarn GmbH.
| 1835 |
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Am 2. September wird am Ufer des Muldenmühlengrabens in Schedewitz
(Zwickau) die Kammgarnspinnerei Petrikowsky & Co., Schedewitz, gegründet.
Die Gründerfamilien waren:
- Petrikowsky-Lindenau
- von Leipziger
- Haentze
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| 1885 |
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Am 2. September begeht die Kammgarnspinnerei Petrikowsky & Co.,
Schedewitz ihr 50-jähriges Jubiläum. |
| 1899 |
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Am 25. März Umwandlung des Unternehmens in eine Aktiengesellschaft,
die Kammgarnspinnerei Schedewitz AG.
Das Aktienkapital beträgt 2,5 Millionen Reichsmark. |
| 1904 |
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Die Aktien werden erstmals an der Berliner Börse zugelassen.
Durch mehrere verheerende Hochwasserkatastrophen und durch den
in Schedewitz betriebenen Kohlebergbau treten in den Folgejahren
große Schäden an den Gebäuden und auf dem Gelände auf.
Als sich die Möglichkeit ergibt, das Fabrikgrundstück nebst Wasserkraft
an den Erzgebirgischen Steinkohlebergbauverein in Zwickau, der für
die Bergschäden teilweise verantwortlich ist, zu verkaufen, beschließt
man einen Neubau auf ungefährdetem Gelände. |
| 1921 |
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Die Kammgarnspinnerei Schedewitz kauft vom Rittergut Silberstraße
(Wilkau-Haßlau) das heutige Gelände.
Der Umzug und der Neubau fällt in die Papiermarkzeit mit einer
galoppierenden Geldentwertung und der Vernichtung aller in Geldwerten
angelegten Vermögen. |
| 1922 |
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Um den Neubau in Silberstraße zu finanzieren, wird am 7. Januar
von der Kammgarnspinnerei Schedewitz AG die Aktiengesellschaft Kammgarnspinnerei
Silberstraße gegründet. |
| 1924 |
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Die Kammgarnspinnerei Silberstraße AG verpachtet die Fabrik in
Silberstraße an die Kammgarnspinnerei Schedewitz AG, welche die
gepachtete Fabrik betreibt.
Mit der Übernahme der Maschinen aus Schedewitz ist eine weitgehende
Erneuerung des Maschinenparks verbunden. |
| 1929 |
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Die Kammgarnspinnerei Schedewitz AG und die Kammgarnspinnerei Silberstraße
AG vereinigen sich zur Kammgarnspinnerei Schedewitz AG mit Sitz
in Silberstraße. |
| 1935 |
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Am 2. September gestaltet die Kammgarnspinnerei Schedewitz AG ihr
100-jähriges Bestehen mit einer würdevollen Belegschaftsfeier. |
| 1935-1939 |
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Während dieser Zeit werden folgende soziale Einrichtungen geschaffen:
- Sportplatzanlage
- Lehrwerkstatt
- Werksbücherei
- Werkskapelle
- Volksmusikgruppe
- warmes Mittagessen für 20 Pfennige
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| 1943-1945 |
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Verschiedene Bereiche des Betriebes werden nach und nach von den
Mitteldeutschen Motorenwerken und dem Werk Horch, Zwickau, belegt.
Es werden Motoren für Panzer hergestellt. Alle Arbeiten erfolgen
in Form von Kriegsverpflichtungen. |
| 1946 |
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Der 2. Weltkrieg ist zu Ende. Es gibt keine Kriegsschäden im Werk.
Am 1. Juli geht auf Befehl Nr. 124 des obersten Chefs der Sowjetischen
Militäradministration in Deutschland das Unternehmen in Volkseigentum
über und arbeitet für russische Dienststellen. |
| 1951 |
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Am 1. Januar wird der Betrieb dem Ministerium für Leichtindustrie
direkt unterstellt.
Es gibt weitere soziale Verbesserungen durch Einrichtungen wie:
- Bäderanlage
- Arztpraxis
- Nähstube
- Kindergarten
- Turnhalle
- Werksküche
- Verkaufseinrichtung
- Zahnarztpraxis
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| 1953 |
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Gründung des VEB Zwickauer Kammgarnspinnereien durch Zusammenlegung
der Zwickauer Kammgarnspinnerei Pölbitz, der Kammgarnspinnerei Lichtentanne
und der Kammgarnspinnerei Schedewitz / Silberstraße.
| Kapazität: |
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43.140 Spindeln
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| Belegschaft: |
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1254 Arbeiter, 74,3 Prozent Frauen
54 kaufmännische Angestellte
49 technische Angestellte
67 Lehrlinge
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| Produktion: |
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3,8 Millionen Kilogramm pro Jahr |
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| 1957 |
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Ab 1. April wird in der ZKS der Siebeneinhalb-Stunden-Tag bei einer
Sechs-Tage-Arbeitswoche eingeführt. |
| 1959-1963 |
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In diesen Jahren wird der Maschinenpark in Silberstraße umfassend
erneuert.
Angeschafft werden:
- 2 Vorspinnsortimente
- 43 Ringspinnmaschinen
- 4 Spulautomaten
Parallel dazu werden alle Selfaktoren und Werraspinnmaschinen verschrottet.
Die ersten Kinderferienlager und Ferienheime werden gekauft und
eingerichtet. |
| 1963 |
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Eine vierte Betriebsstätte, das Werk Hartmannsdorf, nimmt am 1.
Mai die Produktion auf. Hergestellt werden Faservliese (Rimatex,
Texotherm). |
| 1969 |
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Dieses Foto des Werks in Silberstraße entsteht 1969 |
| 1970 |
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Dem bestehenden Betrieb werden weitere Betriebe in Wilkau-Haßlau,
Reichenbach, Gera und Teichwolframsdorf zugeordnet.
Es entsteht der Sozialistische Großbetrieb VEB Zwickauer Kammgarnspinnereien
mit cirka 4000 Beschäftigten in 20 Betriebsstätten - die größte
Kammgarnspinnerei der DDR, darunter Silberstraße als Vorzeigebetrieb. |
| 1973 |
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Am 1. Juli wird das Ferienheim in Johanngeorgenstadt fertiggestellt.
Es hat eine Kapazität von 40 Betten und wird mit einem Aufwand von
cirka 750.000 Mark rekonstruiert. |
| 1976 |
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Am 17. Mai wird der Neubau der Zentralen Lehrwerkstatt fertiggestellt,
ein 3,5 Millionen-Mark-Objekt für die Ausbildung der Lehrlinge. |
| 1981 |
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Im Verlauf des Jahres entstehen eine Forschungs- und Entwicklungsabteilung
und eine Musterspinnerei. |
| 1985-1990 |
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In diesem Zeitraum werden in einigen Betriebsstätten des VEB Zwickauer
Kammgarnspinnereien die Ausrüstungen grundlegend erneuert. Insgesamt
werden dafür annähernd 300 Millionen Mark investiert.
Im Rahmen dieser Investitionen wird ein Großteil der Ausrüstungen
im Betriebsteil Silberstraße erneuert, unter anderem der Konverter,
die Ringspinnerei und Teile der Conerei.
Die Ausrüstungen stammen großteils aus Italien und Frankreich.
Außerdem werden 700 ausländische Arbeitnehmer eingestellt. Die
Produktion des Gesamtunternehmens steigt auf 12.000 Tonnen Kammgarn
pro Jahr. |
| 1990 |
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Zur Zeit der Wende besteht die ZKS aus 20 Produktionsstätten mit
3900 Beschäftigten.
Am 23. Juni wird der VEB Zwickauer Kammgarnspinnereien in eine
Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt. Die Gesellschaftsanteile
werden vollständig von der Treuhandanstalt Berlin übernommen.
Die Treuhandanstalt stuft das Unternehmen, bezogen auf einen Kernbereich,
als sanierungsfähig ein. Sie unterstützt in der Übergangsphase das
Unternehmen bei der Finanzierung von Betriebsmitteln und dringend
notwendigen Ausrüstungsinvestitionen und bei der Umstellung auf
die Marktwirtschaft.
Nach Stilllegung von 18 Betriebsstätten werden die modernsten Maschinen
im Werk Silberstraße konzentriert. Die Produktion geht an den Standorten
Silberstraße und Gera weiter. |
| 1991 |
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Hans Wohlfart übernimmt den Vorsitz der Geschäftsführung der Unternehmensgruppe
Zwickauer Kammgarnspinnereien GmbH.
Der moderne Maschinenpark, die gute Bausubstanz in Silberstraße,
die gut ausgebildeten und hochmotivierten Menschen sind die Basis
für einen Neubeginn, der teilweise auch sehr leidvoll ist.
Die Motivation auf allen Ebenen steht unter dem Motto:
Wir begeben uns in die Marktwirtschaft. Wir werden uns
dem äußerst harten Wettbewerb stellen und dafür müssen wir gut sein.
Gemeinsam werden wir es schaffen, die Zukunft der ZKS zu sichern. |
| 1993 |
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Im Frühjahr wird der operative Teil der Zwickauer Kammgarnspinnereien
GmbH (Silberstraße und Gera) ausgegründet. Zu diesem Zweck wird
mit Gesellschaftsvertrag vom 5. April die Zwickauer Kammgarn GmbH
gegründet. Sie erwirbt das Produktions- und Handelsgeschäft von
der Altgesellschaft. Die Altgesellschaft wird umbenannt und seit
dieser Zeit liquidiert.
Um sanierungsfähige ostdeutsche Unternehmen umzustrukturieren und
der Privatwirtschaft zuzuführen, wird von der Treuhandanstalt neben
anderen die Schröder & Partner GmbH & Co. Management KG ins Leben
gerufen. In diese Management KG wird auch die Zwickauer Kammgarn
GmbH eingegliedert.
Ende des Jahres wird die Produktion im Betriebsteil Gera eingestellt
und die Ausrüstung nach Silberstraße gebracht. Die Immobilie wird
an die Altgesellschaft zurückverkauft. |
| 1994 / 1995 |
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Seit Beginn des Jahres konzentriert sich die Geschäftstätigkeit
der Zwickauer Kammgarn GmbH auf den Standort Silberstraße. Das Unternehmen
ist eine der modernsten Kammgarnspinnereien.
Die Produktpalette setzt sich aus Garnen verschiedener Feinheiten
und Effekten in folgenden Mischungen zusammen:
- Polyester / Wolle, Acryl / Wolle, Polyamid / Wolle
- reine Wolle
- Wolle in Kombination mit wertvollen Rohstoffen wie Kaschmir
und Seide
Die Garne werden sowohl in rohweiß wie auch in bunt geliefert.
Die ZKS spinnt innerhalb der Branche die feinsten Garne und vertreibt
sie erfolgreich. Die damit verbundenen Anforderungen tragen dazu
bei, dass der TÜV CERT im Mai 1995 nach nur neun Monaten das Qualitätsmanagementsystem
der ZKS nach DIN EN ISO 9002 zertifiziert.
Zur Absicherung der geplanten Steigerung des Produktionsvolumens
erschließt die ZKS ein neues Marktsegment: Sie übernimmt von der
Spinnerei Forchheim GmbH das Kammgarn-Strickgarnprogramm und pachtet
die dafür benötigte Färberei in Münchberg. |
| 1995 |
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Im September begeht das Unternehmen das 160. Firmenjubiläum. |
| 1996 |
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In Silberstraße wird in Zusammenarbeit mit der Firma Thiess, Coesfeld,
eine automatische Horizontal-Kreuzspul- und Kammzugfärberei errichtet.
Sie wird im Sommer 1997 in Betrieb genommen. Der Pachtvertrag mit
der Spinnerei Forchheim AG wird gekündigt. |
| 1998 |
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Im Juni übernimmt Siegfried von Roth die Geschäftsführung der Zwickauer
Kammgarn GmbH von Hans Wohlfart. |
| 2001 |
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In der Spinnerei und Färberei in Wilkau-Haßlau (Kreis Zwickauer
Land) sind rund 300 Mitarbeiter beschäftigt. Im Juli expandiert
die Zwickauer Kammgarn als erstes ostdeutsches Spinnerei-Unternehmen
nach Osteuropa. Die Firma übernimmt die erst 1998 errichtete Kammgarnspinnerei
der süddeutschen Leuze Textil GmbH im tschechischen Miletín bei
Liberec. Damit verbessert die ZKS die Wettbewerbsposition auf den
internationalen Märkten nachhaltig. |
| 2004 |
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Im April werden das Qualitäts- und Umweltmanagementsystem nach
den Normen DIN EN ISO 9001:2000 und DIN EN ISO 14001 neu zertifiziert.
Zur weiteren Stärkung der Wettbewerbsposition investiert das Unternehmen
in erheblichem Maße in den Aufbau des Geschäftsfeldes Technische
Garne. Trotz erster Erfolge in diesem Bereich werden im Zusammenhang
mit der Entwicklung auf den internationalen textilen Märkten die
Kapazitäten der Kammgarnspinnerei an die Nachfragesituation angepasst.
Die Gesamtkapazität wird um cirka 400 Tonnen pro Jahr reduziert.
Im Dezember wird die neue Spinntechnologie WinSpin (entwickelt
von der Firma Saurer) in Betrieb genommen. Gegenüber der herkömmlichen
Technik spart WinSpin mehrere Produktionsschritte ein. Durch die
Konzentration auf eine einzige Produktionsstufe steigt die Produktivität.
Dies ermöglicht eine kostengünstigere und somit wettbewerbsfähigere
Produktion in Deutschland. |
| 2005 |
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170. Firmenjubiläum. |
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